Im vergangenen wie auch in diesem Jahr gab es viel Aufruhr um den sogenannten Bildungsstreik: Hunderttausende (nicht nur) Studierende demonstrierten deutschland- und europaweit u.a. gegen die Studiengebühren. Diese dürfen laut Gesetz nur für zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt werden. Viele kritisieren die Verteilung finanzieller Mittel zu diesem Zweck jedoch als zu intransparent. Zudem wird vielfach angeprangert, dass finanziell schlechter Gestellte sich durch die Erhebung von Studiengebühren eventuell kein Studium mehr leisten können. Somit könne von Chancengleichheit und Zugang zu Bildung für alle keine Rede mehr sein.
An vielen Universitäten rief der jeweilige AStA im Rahmen des Bildungsstreiks zu Demonstrationen, Diskussionen und anderen Aktionen auf, denn er vertritt die Interessen der StudentInnen und deren Mehrheit ist gegen die Erhebung von Studiengebühren. An einigen Hochschulen wie z.B. in Mainz wurde gar ein spezieller Arbeitskreis (AK) Bildungsstreik eingerichtet, der sich mit diesem Thema befasst.
Beispielsweise an der Uni Hamburg unterstützt der AStA jedoch den Bildungsstreik nicht.
Ziel der Protestaktionen 2009 und 2010 war es, eine öffentliche und politische Diskussion über das gegenwärtige Bildungsystem auszulösen, das von vielen als zu als zu wettbewerbsorientiert empfunden wird. Die DemonstrantInnen wollten außerdem Alternativen aufzeigen. Sie fordern freien Zugang zu Bildung für alle. Dazu zählen u.a. Lehrmittelfreiheit und die Abschaffung von Kita-, Ausbildungs- und natürlich Studiengebühren.
Um mit Nachdruck auf ihre Interessen aufmerksam zu machen, besetzten Studentinnen und Studenten vielerorts sogar Hörsäle z.B. in Bochum.
In ihren Anliegen unterstützt wurden und werden die Studierenden, egal ob in Sachen Bildungsstreik vom AStA ihrer Uni repräsentiert oder nicht, von einigen Parteien sowie u.a. von der GEW, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es sind viele, die sich an den Protesten beteiligt haben oder den Akteuren zumindest den Rücken stärken.
Man darf gespannt sein, ob es im Namen der freien Bildung auch im kommenden Jahr wieder Demos, Kundgebungen, Streiks und besetzte Hörsäle geben wird.
Doch wie erreicht man eigentlich den AStA bei Fragen, Problemen, Beratungs- oder Informationsbedarf? Am einfachsten geht das natürlich online, wo man Infos downloaden oder per Mail mit dem AStA in Kontakt treten kann. Für diejenigen, die keinen Internetzugang haben, steht zumindest die Adresse und die Telefonnummer des AStA in dem Info-Heft, das zu Beginn des Studiums verteilt wird.